Geschichte der Hubschrauber

Der Traum vom Fliegen wurde durch die Entwicklung des Flugzeugs erfüllt. Doch wenn das Flugzeug die Pflicht war, ist der Helikopter die Kür. Mit ihm kann man nicht nur senkrecht starten und landen, sondern auch vorwärts, seitwärts und sogar rückwärts fliegen. Dabei kann die Hubschrauber-Geschichte schon sehr weit zurückverfolgt werden, denn das Genie Leonardo da Vinci zeichnete bereits vor rund 500 Jahren erste Entwürfe, die bemerkenswerte Ähnlichkeit mit modernen Helikoptern besitzen.

Helikopter Leonardo Da Vinci

Als erster bemannter Hubschrauber der Geschichte gilt jedoch das sogenannte „fliegende Fahrrad“, das vom Franzosen Paul Cornu entwickelt wurde. Bei seinem Erstflug erreichte er 1907 eine Höhe von nur 30 cm und hielt sich lediglich 20 Sekunden in der Luft, doch der erste Schritt war damit getan. Der Entwurf seines durch zwei gegenläufige Rotoren angetriebenen Fahrrads erwies sich aber als nicht steuerbar und wurde wieder verworfen. Die Tandemkonfiguration der gegenläufigen Rotoren (um das Drehmoment auszugleichen) findet man aber durchaus noch heute.

Rotorblattverstellung verändert Antriebskonzept
Der Durchbruch beim Bau von Hubschraubern kam im Jahre 1923. Der argentinische Konstrukteur Raúl Pescara entwarf diverse Modelle, die das Koaxial-Prinzip von zwei übereinander montierten und gegenläufig rotierenden Drehflügeln verwendeten. Neu an seinen Entwürfen war die Verstellung der Anstellwinkel der Rotoren, um Vortrieb zu erzeugen. In den folgenden Jahrzehnten gab es rasch weitere Fortschritte. Es sollte aber noch bis zum Zweiten Weltkrieg dauern, bis die ersten serienmäßig gebauten Modelle der Hubschrauber-Geschichte eingesetzt wurden. Militärische Bedeutung hatten diese mit seitlichen Doppelrotoren ausgestatteten Fluggeräte allerdings kaum, obwohl sie in Deutschland bereits zur Versorgung von Gebirgsjägern eingesetzt wurden.

Militär-Hubschrauber

Unverzichtbares Unterstützungsmittel

Die besonderen Flugeigenschaften machten den Hubschrauber für das Militär so interessant, dass er bereits im Koreakrieg erstmals im großen Maßstab zur Evakuierung Verwundeter eingesetzt wurde. Wirklich schwere Lasten konnten jedoch erst durch den Einsatz leistungsstarker Turbinen bewältigt werden. Völlig verändert wurde die Kriegsführung mit Luftlandetruppen, was erstmals auf dem Schauplatz Vietnam zum Tragen kam. Besondere Bedeutung für die „fliegende Kavallerie“ erlangte dabei die Bell UH-1 Huey, die bis heute mit all ihren zivilen und militärischen Varianten als meistgebautes Modell der Hubschrauber-Geschichte gilt. Mit dem Ableger AH-1 Cobra wurde auch erstmals ein reiner Kampfhubschrauber zur punktgenauen Luftnahunterstützung eingesetzt. In Deutschland gewann in den 1970ern die Bo 105 an Bedeutung. Dieser kleine, vielseitige Hubschrauber führte hierzulande zu einer flächendeckenden Versorgung bei der zivilen Luftrettung. Bei heutigen Militäroperationen sind Transporthubschrauber wie die Sikorsky-Modelle CH-53 und UH-60 Blackhawk sowie Kampfhubschrauber wie Tiger und AH-64 Apache nicht mehr wegzudenken. Sowohl beim Lufttransport als auch bei Spezialeinsätzen von Eliteeinheiten sind sie in schwer zugänglichen Einsatzgebieten wie Afghanistan oder im bebauten Gelände häufig der ausschlaggebende Faktor.

 

Bildquelle: © oben: clipdealer.de
unten: Ich-und-Du/pixelio.de

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